Ein Podium das ganz anders seien sollte als die vielen Scheindebatten der Politiker in der Öffentlichkeit. Ein wirklicher Diskurs und das nicht mit irgendwem. Im Publikum sollen nur Jugendliche sitzen. KlarText für die Generation die auch im Wortgefecht der Würdenträger immer wieder weitläufig mit „Der Zukunft“ umschrieben wird. Einfach mal über die Themen persönlich ins Gespräch kommen. Ungezwungen die Probleme bequatschen.

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Dieser Ansatz hatte mich überzeugt. Eine Veranstaltung die auf mich zu geschnitten war. Der Polittalk „KlarText“ lockte mit vielen neuen Ideen. Also machte ich mich auf aus dem schönen Hypezig. Ziel war die Bar Paradox in der Dresdner Neustadt. Gerne nahm ich die Strapazen auf mich, die der momentane Ausbau der Zugstrecke mit sich brachte und verbrachte die Fahrtzeit damit, mir interessante Fragen zu überlegen.

Mit Schienenersatzverkehr und etwas Verspätung traf ich ein. Um den Moderator gruppierten sich die Politiker der verschiedenen demokratischen Parteien des sächsischen Landtags. Gemeinsam saß man gemütlich beieinander in der Kautsch-Ecke. Auf den Tischen standen schon Getränke. Und schon ging es los. Neben den vorbereiteten Fragen gab es auch jederzeit die Möglichkeit selbst per Whatsapp mitzureden. Natürlich konnte man auch aus dem Publikum direkt ins Gespräch kommen und persönlich seine Fragen und Statements loswerden.

Und wie sollte es bei jungen Menschen auch anders sein, spielte die Bildungspolitik wieder eine wichtige Rolle bei der Diskussion. Opposition und Regierung lagen sich in der Wolle bei der Frage der Lehrerversorgung, des Unterrichtsausfalls und der Zukunft der Bildungslandschaft in Sachsen. Doch auch die Themen Internet, Medienkompetenz und viele weitere blieben nicht unberührt. Auch die Legalisierung von Gras und die Endkriminalisierung von Drogen führte zu Auseinandersetzungen. Ganz nebenbei konnte man so einiges erfahren über die bewegte Vergangenheit von manchen Abgeordneten.

Doch neben fachlichen Auseinandersetzungen konnte man auch interessante Einblicke in die Lebenswirklichkeit der Politiker erlangen. Arbeitswochen von über 60 Stunden sind keine Seltenheit, die Diäten in Sachsen werden automatisch errechnet und das vielfältige Engagement führt einen auch zum Bierausschank im Jugendhaus oder auf dem Stadtfest.

Doch das abschließende Highlight bildeten die persönlichen Gespräche. Bei einem kühlen Getränk konnte man ins Gespräch kommen und ganz einfach auf einer fast freundschaftlichen Ebene diskutieren, sich informieren.

Gut informiert und mit einem Geist voller Eindrücke trat ich den Heimweg an. Das Format hat mir die Politik noch näher gebracht, obwohl ich schon politisch engagiert bin. Es hat meinen Horizont erweitert, die Themen waren so vielfältig. Für jeden, der manchmal nur Bahnhof bei Politik versteht, ist diese Veranstaltung jedenfalls ein Muss. Hier bekommt ihr so viel Klartext wie ihr wollt.

 

Tom Beyer

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